Bomber Crew Spieltest und Wertung

Videospiele, die den zweiten Weltkrieg als Schauplatz präsentieren, sind keineswegs eine Seltenheit. Allerdings lässt sich in den meisten Fällen hier das Shooter-Genre wiederfinden. In Bomber Squad ist dies keineswegs der Fall, stattdessen bekommt ihr es mit einer Art Strategie-Echtzeitsimulation zu tun, die in gewissem Maße an ein FTL erinnert, nur deutlich niedlicher.

Einmal London – Berlin bitte!

In Bomber Squad obliegt es euch, eine eigene kleine Crew zusammenstellen, und mit einem schweren Bomber Einsätze in der Zeit des zweiten Weltkriegs zu fliegen. Natürlich deutlich niedlicher dank Comicgrafik, aber nichts desto trotz verdammt schwierig. Das große Problem ist nämlich, das Game ist verdammt hektisch. Ihr müsst den Kurs bestimmen, die Karte im Blick behalten, via Radiofunk optionale Ziele ausfindig machen, die Flughöhe einstellen, Ausweichmanöver fliegen und natürlich den Kampf gegen feindliche Jagdflieger aufnehmen.

Für letzteres stehen mehrere Geschützstationen im Flieger zur Verfügung. Allerdings wollen diese auch bemannt sein, genauso wie jede weitere Station. Sei es der Funk, die Navigation oder der Pilotensessel. Jede Position muss bemannt sein, um einwandfrei zu funktionieren – aber auch können alle Plätze, abgesehen vom Piloten, zwischenzeitlich frei bleiben. Dies ist notwendig, um in der Hitze des Gefechts auch allerlei Situationen zu reagieren. Die Technik an Bord kann beschädigt werden, Triebwerke können in Brand stehen und Kameraden können blutend am Boden liegen. Hier gilt es dann die Besatzung so einzuteilen, dass sie bestehende Probleme beseitigt, damit die Mission erfolgreich enden kann.

Einfach ist dies allerdings keineswegs, insbesondere wenn man es zum Beispiel mit Assen zu tun hat. An sich ist nämlich der Luftkampf so schon unfassbar hektisch. Es bleibt kaum Zeit alle Charaktere situationsgerecht einzusetzen. Eine Pausenoption gibt es zudem nicht, nur die Möglichkeit die Zeit leicht verlangsamt abzuspielen, und auch hier nur für eine begrenzte Anzahl von Sekunden. Wenn dann noch Asse hinzukommen, also feindliche besonders ausgezeichnete Piloten, dann geht die Post erst so richtig ab, denn dies sind ganz besonders schwer zu

meisternde Aufgaben.

Der Kampf mit der Steuerung

Die Idee hinter Bomber Crew ist simpel und doch genial, und so läuft auch das Spielgeschehen ab. Dabei richtet sich der Titel allerdings verstärkt an eingefleischte Gamer die eine Herausforderung suchen, den einfach ist der Titel nicht, und schon gar nicht zum Entspannen geeignet. Während die die Spielidee sehr gelungen ist, so kämpft der Titel insbesondere an einer anderen Stelle umso gewaltiger: Die Steuerung. Diese fällt in Bomber Squad leider alles andere als vorteilhaft aus.

Dies beginnt bei simplen Kamerabewegungen, denn diese sind im vollen Flug nicht zu vernachlässigen. Besonders wenn man die Kamera umso eigene Flugzeug drehen muss, um feindliche Flieger als Ziele zu markieren, kann dies schon mal im Frust enden. Schlimmer wird es allerdings bei simplen Tastenkombinationen, um bspw. die Crewmitglieder auf dem Schiff herum zu navigieren und Menüpunkte auszuwählen. Dies gestaltet sich leider alles andere als intuitiv.

Fazit:

Bomber Crew ist ein solider Titel, der seine wahren Potentiale zwar zu nutzen versucht, es aber nicht schafft diese, aufgrund einer schlecht umgesetzten Steuerung, abzurufen. Dies ist schade, denn so endet ein vielversprechender Titel verstärkt in Frustmomenten, sodass selbst anfängliche Missionen früh im Spiel immer und immer wieder scheitern. Wer allerdings über genügend Ausdauer und Willensstärke verfügt, der wird auch Bomber Crew bewältigen können, allerdings ist das Spiel keinesfalls für Casual Gamer geeignet.