Test: Genesis Alpha One

Indie-Games können oft eine große Überraschung bescheren, aber genauso oft müssen Spieler bei der Art von Games ein gewisses Risiko eingehen. Denn im Vergleich zu den Titeln großer Entwickler, arbeiten an diesen Spielen in der Regel keine 400-Mann Teams. Dies sind meist deutlich weniger und in Ausnahmefällen sogar nur einzelne Personen. Auch hinter Genesis Alpha One verbirgt sich ein solches Risiko, welches in positiver und negativer Sicht daherkommt. Warum dem so ist, verraten wir euch im Folgenden.

Bauen, Kämpfen, Ressourcen sammeln

Optisch wirkt Genesis Alpha One etwas angestaubt. Die Präsentation wirkt altbacken, die Charaktere sind rustikal designt und generell merkt man dem Spiel förmlich an, dass es sich hierbei um ein Indie-Game handelt. Aber abschrecken sollte man sich von diesem Punkt nicht, denn überzeugen kann das Spiel vom Spielprinzip alle Male.

Ihr findet euch hier in der Andromeda-Galaxie wieder und müsst ein Raumschiff konstruieren. Zum Beginn habt ihr eine Hand voll Ressourcen und könnt die wichtigsten Abteile eures Schiffs frei konstruieren. Lieber ein langer Korridor ehe wir zur botanischen Kuppel kommen oder doch lieber den Hangar davor platzieren? Die Wahl ist eure. Dies ist auch eine der großen Stärken des Spiels, denn euer Schiff wird nach und nach dutzende Räume aufweisen. Eine Zahl die sogar die 100 übersteigen kann.

Trotz der Größe fällt das Navigieren im Schiffes Inneren relativ leicht, zumindest solange man keinen Irrgarten baut. Doch um dies zu bauen, müsst ihr auch die nötigen Ressourcen haben. Diese bekommt ihr entweder von an Bord gebeamten Trümmern oder ihr farmt diese auf Planetenoberflächen ab. Hier findet ihr euch auf einem kleinen Gebiet wieder, in dem Brocken geschürft und einheimische Kreaturen abgewehrt werden müssen. Dies fällt jedoch recht repetitiv aus, weshalb das Entsenden von Crews für diese Arbeit meist die sinnvollere Wahl ist. Aber vorsicht, bei der Rückkehr können auch Aliens mit an Bord gekommen sein, die es zu töten gillt.

Absolut verseucht

Euer Raumschiff wird am Ende ungefähr so aussehen, wie die großen Kreuzer aus den Alien-Filmen – klobig und doch beachtlich. Aber auch gibt es hier Wartungstunnel, die unterhalb eurer Abteile verlaufen. Diese gilt es gut abzusichern, denn schaffen es Aliens an Bord, kann das Ungeziefer sich vielleicht in diesen verstecken. Das Resultat: Schnell wird hier alles verseuch, verschleimt und außer eine Zecke entsteht bald eine Armee aus hunderten. Also schnell die Chemiekeule – oder besser das Sturmgewehr gegriffen – und die Tunnel gesäubert.

Allerdings ist dies bei weitem nicht die einzige Gefahr in Genesis Alpha One. Um einen geeigneten Platen zu finden, braucht ihr auch die passende Besatzung, damit diese den Himmelskörper bevölkern kann. Das kann ein Weilchen dauern und bedarf weiterer Upgrades genetischer Art. Entsprechend müsst ihr die Galaxie durchstreifen, und zwar mit einem Hyperraumantrieb auf einer Oberflächenkarte. Manche Systeme sind sicher als andere und obendrein schwirren hier auch noch feindliche Alienflotten umher, die nur darauf warten euer Schiff zu kapern.

Diese Aliens sind bei weitem das größte Problem, welches Genesis Alpha One zu einem wahrne Albtraum machen. Ob das deutsche Entwicklerstudio Radiation Blue hier einfach das Balancing versaut hat und dies bald noch gefixt wird, ist fraglich. Denn nicht nur tauchen diese plötzlich aus dem Nichts auf, auch können diese die Schutzschilde des eigenen Schiffs schnell überwinden und an Bord beamen. Die einzige Möglichkeit diese zu besiegen ist stiften zu gehen. Also ab zur Brücke, den Hyperraumantrieb angeworfen und weg dafür. Nun besteht die Möglichkeit den Abschaum zu erledigen, jedoch gibt es auch hier keine Begrenzung – denn mittlerweile können 30 schwer bewaffnete Eindringlinge die halbe Crew getötet haben.

Dies ist umso ein größeres Problem, da diese Angriffe im späteren Spielverlauf andauernd passieren und man kaum noch Zeit findet Ressourcen zu ergattern. Eine Multiplayerfunktion wäre hier eine Erleichterung gewesen, aber so endet das Spiel schnell im Frust. Auch ein Planen der eigenen Route auf der Galaxiekarte hilft hier nicht, denn die Alieninvasionen kommen teils unvorhersehbar und auch das Schiff bietet hier keine Vorwandmöglichkeiten an. Wenn zumindest der Schutzschild hier eine Hilfe von wenigen Minuten bieten könnte, wäre dies eine einfache Hilfe gewesen, zumal man diesen erst im späteren Verlauf des Spiels erhält.

Fazit:

Genesis Alpha One ist definitiv einen Blick wert und stellenweise sehr süchtig machend. Die Möglichkeit sein eigenes riesiges Raumschiff zu errichten ist großartig, und auch bieten die verschiedenen Gameplaymechaniken aus Bauen, Farmen, Alien-Verseuchung und Angriffen eine tolle Mischung, deren Balancing leider nicht vollends gelungen ist. Repetitive Aktionen, eine dümmliche KI, fehlender Tiefgang und ein stellenweise besseres Benutzerinterface hätten dem Spiel sehr gut getan. Bleibt zu hoffen, dass der Entwickler dem Spiel noch einige Updates verpasst, denn so ist das Spiel nur unter Vorbehalt zu empfehlen – zumindest wenn man mehr als nur eine Session spielen möchte, die aber auch seine 20 Stunden dauern kann.