Spieltest und Wertung: The Long Dark

Die Apokalypse ist in allen erdenklichen Formaten – sei es Buch, Film oder Videospiel – eine dankbare Thematik. Sie ist beliebt und kann auf vielfältigste Weise inszeniert werden. Zugegeben, in der Regel bekommen wir es hier entweder mit nuklearen Postapokalypsen oder Zombies zu tun, aber auch diese können oft sehr gut werden. Hinter the Long Dark versteckt sich ebenfalls ordentlich Weltuntergangsstimmung, jedoch kommt hier auf uns eine Eiszeit zu. Gekoppelt mit Survival-Elementen, auf denen zudem der Hauptfokus steht, versteckt sich hier wahrlich eine kleine Perle. Wir verraten euch was ihr erwarten dürft.

Überleben ist gar nicht so einfach

Die Hinterland Studios haben sich mit The Long Dark der Unity Engine angenommen. Ihr kennt diese sicherlich noch vom wirklich hochkarätigen Game Firewatch, welches im vergangenen Jahr auf der Xbox One erschienen ist. Optisch ist es entsprechend sehr ähnlich. Man merkt zwar auch langsam, wie sehr der Zahn der Zeit schon an der Engine genagt hat, doch dies tut dem immensen Spielgefühl keinen Abbruch.

Insgesamt gibt es zwei Arten wie ihr The Long Dark spielen könnt. Entweder „Wintermute, einen in Episoden aufgebauten Modus, der sowohl Story als auch eine sehr solide Einführung ins Spiel mit sich bringt, oder den Hardcore Sandbox-Modus, in dem ihr einfach testen dürft, wie lange ihr es schafft in dieser eisigen Welt zu überleben.

In Wintermute beginnt die Geschichte mit einem Flugzeugabsturz eurer kleinen zweisitzen Maschine. Dabei verliert ihr eure Freundin und müsst diese wiederfinden. Bevor es soweit ist, müsst ihr euch allerdings zunächst auf eigene Faust durchschlagen, und in der vereisten Welt ist das gar nicht so einfach. Ressourcen sind spärlich vorhanden, sodass es auch guter Planung Bedarf. Im Grunde überlebt ihr nur durch das was ihr in der Natur findet, bzw. was Menschen zurückgelassen haben – oftmals an deren toten Körpern. Nicht jeder schafft es hier zu überleben.

So müsst ihr Holz sammeln um Feuer zu machen, denn lauft ihr zu lange so herum, beginnt ihr langsam zu erfrieren. Wasser muss ebenfalls an Feuerstellen aus Schnell aufgekocht werden, genau wie Fleisch gebraten. Alte Lebensmittel können zudem Vergiftungen entstehen lassen und müssen wie Wunden durch Medizin oder Kräuter und Beeren behandelt werden. Ihr merkt, der Survival Aspekt wird hier groß geschrieben. Hinzu kommen noch ein Erschöpfungsgrad, der ebenfalls eure Lebensenergie in die Knie zwingen kann, wenn ihr Aktionen erzwingen wollt oder müsst. Und geht in der Nacht das Feuer aus, so wacht ihr vielleicht gar nicht mehr auf.

Während ihr Hasen und Hirsche für Nahrung erlegen könnt, so gibt es auch Tiere die weniger erfreuliche Begegnungen ausmachen. Zu diesen gehören Wölfe. Sie wittern eure Fährte und werden euch zu den ungünstigsten Momenten anfallen. Solche Begegnungen hinterlassen meist eklige Wunden, die behandelt werden müssen. Während diese Tiere beim Storymodus zwangsweise dabei sind, so können sie im Survival-Modus glücklicherweise deaktiviert werden, denn sie können sich zu einer echten Plage entwickeln. Zumal das Spiel auch mit den reinen Umweltbedingungen schon schwierig genug zu meistern ist.

Fazit:

The Long Dark ist ein brillanter Ansatz eine Apokalypse auf einem anderen Weg anzugehen. Besonders die stark ausgeprägten Survival-Elemente machen das Spiel zu etwas ganz besonderen, zumal ihr euch hier mit knappen Ressourcen oft in sehr bedrückenden und adrenalintreibenden Situationen wiederfinden werdet. Überleben war selten so schwierig und gleichzeitig so belohnend wie in the Long Dark!