Vaporum Spieltest

Noch bevor es Videospiele gab, haben Rollenspiele bereits viele Menschen fasziniert, und zwar in Form von Pen & Paper spielen wie Dungeons & Dragons. Das Dungeon Crawling ist dabei eine Unterform, denn hier muss der Held sich durch einen Dungeon schlagen. Dies kann in Form von Hack & Slay, im Rahmen von RPGs oder auch im Zug um Zug-System geschehen. Letztere Variante nimmt dabei eine besondere Rolle ein, die wir aus zahllosen Games kennen, wie bspw. der Etrian Odyssey Reihe. In Vaporum geht es ähnlich vor sich, und das in einem Steampunk-Ambiente, welches sehr stark nach Bioshock riecht. Also, was steckt hinter diesem Titel?

Viel Dampf um nichts?

Das Schöne an Indie-Game ist, dass diese hin und wieder gehörig zu überraschen wissen. Vaporum gehört zwar leider nicht zu dieser Sorte, doch enttäuschend kommt das Spiel ebenfalls nicht daher. Wer auf der Suche nach einem ordentlichen Dungeoncrawler ist, der wird mit Vaporum eine sehr solide Spielerfahrung erleben.

Das Spielgeschehen beginnt dabei wie bei einem der wohl besten Spiele aller Zeiten: Bioshock. Wir finden uns mitten im Meer wieder, aus dem ein einziger großer Turm ragt. Ohne Erinnerung wo wir sind und wer wir überhaupt sind, betreten wir dieses Gebäude und müssen uns auf der Suche nach der Erkenntnis durch die tiefen Eingeweide dieses Konstrukts schlagen. In diesem Rahmen werden die Hintergründe über dieses Gebäude, uns selbst und den bisherigen Geschehnissen durch Aufzeichnungen und Tonbandaufnahmen erzählt.

Mit Volldampf ins Verderben!

Für hartgesottene Dungeon Crawl-Fans kommt Vaporum mit einem Hardcore und Classic-Modus daher. Diese sind durchaus zu empfehlen, denn dadurch wir die Minimap ausgeschaltet und pro Level besitzen wir nur ein Leben. Daher immer vorsichtig und wohl überlebt voranschreiten. Denn ein falscher Schritt kann uns zwischen Gegnern festkeilen oder in einen tödlichen Abgrund reißen. Auch ein falscher Schritt auf eine Bodenplatte kann fatal enden, denn so wird man schnell zum gerösteten Spanferkel.

Vaporum kommt anspruchsvoll, aber keinesfalls zu schwierig daher. Im Laufe des Spiels erhalten wir immer stärkere stumpfe und scharfe Waffen wir Brechstangen und Schwerter. Aber auch verschiedene Schießeisen sind mit von der Partie. Dabei besitzen alle Waffen und Ausrüstungsgegenstände Attribute die unsere Zähigkeit oder bspw. Technik verbessern. Letzteres wird für Module genutzt, die Energie zum Betrieb benötigen. Mit diesen können Gegner vergiftet, in Brand gesteckt oder das Leben von diesen ausgesaugt werden.

Auch die Zahl der Gegner ist vielfältig und abwechslungsreich. Wir können uns selbst entscheiden, wie wir kämpfen und unsere Skillpunkte verteilen wollen. Klingen sind besonders effektiv gegen organische Kreaturen, wohingegen stumpfe Waffen Vorteile gegen Dampfbetriebene Bots bringen. Doch je nach Skillung kann dies gänzlich individuelle Eigenheiten mit sich bringen.

Knackige Rätsel sorgen für Kopfzerbrechen

Während die Hauptstory relativ unproblematisch verfolgt werden kann, so gibt es an einer Hand voll von Stellen sehr schwierige Rätsel, auf deren Lösung man zuerst einmal kommen muss. Besonders gemein sind hier die Geheimräume des Dungeons versteckt, die so manchen Schatz in sich bergen. Hier sind die Sadisten in den Entwicklern zu Tage getreten, denn wer versteckt schon einen Schalter direkt an einer Falle aus der kontinuierlich Feuerbälle geschossen kommen?

Fazit:

Vaporum ist ein wunderbarer Dungeon Crawler für Zwischendurch. Mit einer Durchspielzeit von ungefähr 10 Stunden bietet das Spiel eine gehörige Dosis Rätseln und Monster jagen, und das in einem sehr attraktiven Ambiente. Etwas schade ist jedoch, dass der Entwickler sich nicht zu wagemutigen Gameplay-Mechaniken hat hinreißen lassen. So  kommt Vaporum zwar spielenswert und solide daher, jedoch ist dies leider nicht ambitioniert und verschenkt mögliches Potential.