A Way Out:  Spieltest und Wertung

Mit der Ankündigung von A Way Out hat die Entwicklerspieleschmiede Hazelight auf der E3 im vergangenen Jahr für einiges an Aufmerksamkeit gesorgt. Dies lag insbesondere an dem originellen Spielprinzip des Titels. Das rein kooperative Spiel teilt dabei den Bildschirm in zwei Hälften auf, sodass ihr und ein Freund gleichzeitig in die Rollen der beiden Protagonisten schlüpft. Dabei müsst ihr teils sehr unterschiedliche Aufgaben bewältigen und gleichzeitig euch gegenseitig unterstützen um dem Spielziel näher zu rücken.

Kooperativ bis zum bitteren Ende

In A Way Out schlüpfen wir in die Rollen von Vincent und Leo, die beide in einem Gefängnis einsitzen. Während der Titel alleine schon vom Namen her impliziert, dass es sich hier um einen Gefängnisausbruch handelt, so ist dies tatsächlich nur ein kleiner Bruchteil des Spiels. Nicht nur gilt es hier aus diesem auszubrechen, auch gilt es die weitere Flucht zu begehen und einen gemeinsamen Bekannten ausfindig zu machen, an dem sich unsere beiden Protagonisten gerne rächen würden.

Im Verlauf des Spiels gilt es so sich durch unterschiedlichste Herausforderungen zu kämpfen, die auch mit viel Liebe zum Detail versetzt sind. Interaktionsmöglichkeiten mit der Umwelt gibt es viele, doch die wirklich wichtigen müssen in der Regel durch unterschiedliche kooperative Handlungen bewältigt werden. Dabei nimmt sich der Titel oft nicht allzu ernst, was sich allerdings auch in der Authentizität wiederspiegelt. Im Gefängnis gibt es so teils viel zu große Sicherheitslücken, die einfach unglaubwürdig daherkommen. Aber auch viele andere Details wirken mehr als Weg zum Ziel, als brillant inszeniert.

Auch technisch kommt A Way Out alles andere als top modern daher. Vielmehr fühlt sich das Game an, wie ein Xbox 360-Titel. Dies muss allerdings nicht schlecht sein, jedoch wurde viel Potential in der ganzheitlichen Inszenierung verschenkt. Alleine schon der Gefängnisausbruch kommt weit unspektakulärer daher, als man erwarten möchte. Wer hier auf einen genialen und intelligent durchdachten Ausbruch hofft, wird leider enttäuscht. Spannend und zugleich das Herzstück hinter A Way Out stellt hingegen der Split-Screen dar. Dies liegt vor allem daran, dass man zu jedem Zeitpunkt nicht nur die eigenen Handlungen, sondern auch die seines Partners miterleben kann.

Fazit:

A Way Out ist ein spannendes Projekt, welches durch seine spezielle Art der Inszenierung überzeugen kann. Viel Liebe zum Detail sorgt zudem für weitere spannende Erlebnisse, jedoch fällt zugleich auch das verschenkte Potential hinter dem Titel auf. Das Storywriting ist stellenweise einfach nur unterdurchschnittlich, die Rätsel langweilig und technisch fühlt sich der Titel deutlich überholt an. Dies ist insbesondere deshalb schade, da A Way Out durchaus ein großartiges Game hätte werden können. Stattdessen bekommen Fans es hier mit einem soliden Koop-Game zu tun, welches zwar einen Blick wert ist, aber sicherlich nicht ganz oben auf der To-Do –Liste stehen dürfte.